Jury
Jurymitglieder 2002


Luc Chessex, Photographe Lausanne
Régine Butrox, Rédactrice Photo Bilan Lausanne
Florence Iff, Künstlerin Zürich
Pietro Mattioli, Künstler Fotomuseum Winterthur
Reto Meichtry, duplex_bern Bern Atelier für Gestaltung



Jurybericht


„Einmal nicht Autor sein“ oder „Vom Entwickeln“

Nachdem ich für euch, vielleicht aus lauter Verzweiflung, 33 Juryberichte gelesen habe, fällt es mir noch schwer, die richtigen Worte zu euren Bildern zu finden. Zu wirr, zu pathetisch, zu flach, zu kontrastlos, zu landschaftlich, zu persönlich, zu distanziert – zu verschieden, um allein zu richten über Preis oder nicht Preis.
Gut, waren wir in dieser Jury zu fünft. Und gut, hatten anfangs alle fünf das gleiche unangenehme Gefühl, das Gefühl, dass wir uns nie einigen würden über gut, ansprechend oder durchgefallen.
Durchgefallen ist niemand. Wunderbar waren alle.
Vier haben einen Preis, weil wir fünf es so wollten. Auch wenn nicht alle einer Meinung waren, so doch die intuitive Macht der Mehrheit. Und das ist gut so.
Was man erdenkt, ist untrennbar vom dem, was man erschaut. Dies ist die Überzeugung des in Bildern denkenden Berufsmenschen, der Bilder tagtäglich in Szene setzt, bis sie Geschichten erzählen oder Nervenenden stimulieren.
Ich freute mich, EURE Geschichten lesen zu dürfen. Mit Genuss stand ich vor euren Bildern und versuchte, die Worte eurer Untertitel zu erhalten. Hundert Geschichten zu hundert von euch entwickelten Bilder, zu hundert sich entwickelnden Fotografinnen und Fotografen!
Bald wiederholten sich die Geschichten, Geschichten über Landschaften, Geschichten über Gesichter. Ich frage: warum?
Zeigt ihr all diese Landschaften, weil ihr keine mehr vor Tür habt? Oder ist das eine wiedergewonnene Liebe zur belebten Natur? Zeigt ihr mir all diese Gesichter, weil ihr keine mehr anfassen könnt? Oder weil wir uns zu wenig Zeit nehmen, diese wirklich anzuschauen? Oder können wir der Welt nicht mehr in die Augen schauen?
Wie auch immer…
Eure Bilder waren für kurze Zeit meine Geschichten. Sie gingen mir nah oder nicht, ich hab verstanden oder missverstanden.
Ganz herzlichen Dank für diese Augenblicke. Und versäumt es nicht, aus diesen Augenblicken Lichtblicke zu schaffen.

Reto Meichtry


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